Mach’s gut, Prinz Poldi: Der Weltmeister von 2014 erklärt Rücktritt vom Profifußball
Von Thomas Eßer, Jana Glose, Martin Kloth
Köln/Zabrze – Lukas Podolski (40) tritt vom aktiven Profifußball zurück. Der Weltmeister von 2014, der seit 2021 bei Gornik Zabrze in Polen unter Vertrag steht, beendet seine Laufbahn im Sommer.
„Ein Abschnitt geht zu Ende, eine neue Zeit beginnt“, teilten Podolski und sein Verein am Freitag über Instagram mit.
In einem kurzen Video räumt der Stürmer seine Sachen und blickt dabei noch einmal auf seine Karriere zurück. „So, Feierabend“, sagt er zum Abschluss, bevor er eine Tür schließt, auf der in sechs Sprachen „Danke Fußball“ zu lesen ist.
Am Samstag bestreitet Gornik Zabrze sein letztes Ligaspiel gegen Radomiak Radom, bei dem Podolski aller Voraussicht nach gebührend verabschiedet wird.
Der 40-Jährige kann auf eine beeindruckende Profi-Karriere zurückblicken, die mit dem WM-Titel in Brasilien 2014 ihren Höhepunkt erreichte. Podolski absolvierte sein erstes Bundesligaspiel 2003 als Nachwuchsspieler des 1. FC Köln. Dort avancierte der in Polen geborene Angreifer rasch zur Kultfigur.
Seine zahlreichen Tore, sein selbstbewusstes Auftreten und vor allem seine offen gezeigte Verbundenheit zum Verein aus der Domstadt machten ihn bei den Fans besonders beliebt. „Ich wollte immer ehrlich sein, der Junge von der Straße“, beschrieb er einmal seine unverwechselbare Art.
Im Juni 2004 feierte Podolski sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft. Zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Bastian Schweinsteiger (41) prägte er in den folgenden Jahren das Gesicht des DFB-Teams. Das Duo „Poldi“ und „Schweini“ stand symbolisch für einen frischen Stil und neue Impulse im deutschen Fußball.
„Er ist irgendwie wie Köln selbst: unterhaltsam, niemals langweilig und voller positiver Lebensfreude. Genau diese Energie hat er auch auf andere übertragen und mitgerissen“, lobte Ex-Bundestrainer Joachim Löw (66) einst im TV-Sender ProSieben. „Außerdem war er bodenständig, nahbar und besaß eine bemerkenswerte Empathie für die Menschen und Fans.“
Auf Vereinsebene zog es Podolski zum FC Bayern München, mit dem er 2008 das Double aus Meisterschaft und Pokal gewann. Nach einer Rückkehr zum 1. FC Köln folgten Engagements bei Arsenal London, Inter Mailand, Galatasaray Istanbul, Vissel Kobe in Japan, Antalyaspor und zuletzt Gornik Zabrze.
Nach seiner Rückkehr zu seinem Jugendverein trieb der Fußballer den Klub aus seinem Geburtsland in vielerlei Hinsicht voran – sowohl sportlich, organisatorisch als auch durch sein Netzwerk. Im Dezember vergangenen Jahres kaufte der in der Nähe von Gliwice (Gleiwitz), Polen, geborene Podolski Anteile an Gornik und wurde so zum zweitgrößten Gesellschafter.
„Auch die Arbeit abseits des Spielfelds bereitet mir große Freude. Mit 40 haben sich meine Prioritäten verändert. Der Verein hat mir die Chance gegeben, in unterschiedliche Bereiche hineinzuschnuppern“, erklärte Podolski bereits letztes Jahr in einem Interview.
Am Donnerstag stimmte der Stadtrat von Zabrze einstimmig für den Verkauf von 86 Prozent der Anteile an Gornik an Podolski. Der Kaufpreis entspricht etwa 940.000 Euro. „Jetzt kaufe ich den Rest“, kündigte Podolski an.
Der ehemalige Nationalspieler verpflichtet sich zudem, den Klub in den kommenden Jahren finanziell zu unterstützen. Im Privatisierungsvertrag ist festgelegt, dass er über die nächsten Jahre rund drei Millionen Euro nachschießen muss. Diese Regelung ermöglichte eine Reduzierung des Kaufpreises.
Abseits des Fußballs hat sich die DFB-Legende bereits weitere Standbeine geschaffen. Zusammen mit Mats Hummels gründete er eine Hallenfußball-Liga. Außerdem betreibt Podolski in Nordrhein-Westfalen mehrere Dönerläden und Eiscafés. Auch eine Soccerhalle sowie ein eigenes Modelabel zählen zu seinen Unternehmungen.